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Kurt Guntner verstorben

Kurt GuntnerVöllig unerwartet ist nach kurzer, schwerer Krankheit der große Geiger Prof. Kurt Guntner am 9. Januar 2015 in München verstorben.

Kurt Guntner wurde 1939 in München geboren. Seine Lehrer waren Ludwig Ackermann, Max Rostal und Henryk Szeryng. Mit 18 Jahren debütierte er im Kongreßsaal des Deutschen Museums in München mit dem Beethoven-Konzert und den Münchner Philharmonikern. Mit 22 erspielte er sich eine 1. Konzertmeisterstelle im Bayerischen Staatsorchester. Nach 10 ereignisreichen Jahren an der Bayerischen Staatsoper unter Dirigenten wie Ferenc Fricsay, Joseph Keilberth und Hans Knappertsbusch, berief ihn Rudolf Kempe als 1. Konzertmeister zu den Münchner Philharmonikern und gab ihm die Möglichkeit, als Solist die Konzerte der großen Geigenliteratur zu spielen.

Besonders reizvoll waren die Einladungen des Bayerischen Rundfunks zur Aufführung und Produktion selten gespielter großer Violinkonzerte, etwa von Casella, Schillings, Szymanowsky und anderen. Als 1. Konzertmeister war Kurt Guntner über viele Jahre unter anderem im Bayreuther Festspielorchester, im Münchner Bachorchester unter Karl Richter und der Solistengemeinschaft der Bachwoche Ansbach engagiert. Außderdem war er 25 Jahre lang Mitglied des international gefeierten „Odeon-Trios“. Zahlreiche Rundfunk-, Fernseh-, Schallplatten- und CD-Aufnahmen dokumentieren Guntners künstlerischen Weg.

1976 wurde Guntner auf einen ordentlichen Lehrstuhl für Violine an die Musikhochschule in München berufen, wo er 28 Jahre lang Studenten aus aller Welt unterrichtete.

Mit dem G. Henle Verlag verband Kurt Guntner eine jahrzehntelange Freundschaft. Er begleitete seit dem Ende der 1980er-Jahre zahlreiche Violinmusik-Urtextausgaben des Verlags und stellte für 25 Urtextausgaben seine pädagogisch ausgefeilten Strichbezeichnungen und Fingersätze zur Verfügung, darunter zu den Violinkonzerten Bachs, Haydns, Mozarts, Bruchs und Tschaikowskys, sowie zu zahlreichen weiteren Ausgaben.

Wir haben einen großartigen Musiker und Freund verloren.